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Ötztaler Radmarathon 27.08.2017

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Kommentare

  • Nen langen Bericht werd ich nicht schreiben aber fürn paar Zeilen reicht die Zeit. Von Uwe kommt doch bestimmt auch noch was Richtiges, oder?


    Auch 3 Tage nach dem Ereignis stehe ich als Ötzi-Ersttäter noch ziemlich unter Strom. War ja gleichzeitig auch mein erster Alpenmarathon und längeres Radrennen überhaupt. Das Quartier mit zwei erfahrenen Ötzis zu teilen, die schon bei sehr unterschiedlichen Bedingungen dort waren, hatte schon seine Vorteile. So konnte ich im Vorfeld jede aufkeimende und manchmal dämliche ^^ Frage sofort klären, ohne sinnlos lange alle Für und Wider abzuwägen.

    Beim ersten Mal wollte ich auch keinen der gebotenen Programmpunkte auslassen: den Profis im ersten Pass zugucken (sahen überwiegend schon nich mehr vrch aus) , Pasta-Party, Fahrerbesprechung, etwas Rollern und Quatschen mit den Petz-Racern und hinterher natürlich die Siegerehrung, auch wenn man sich dafür nochmal aus dem Bett schälen und 100 Hm tiefer muss.

    Ansonsten war klar, dass es eine Kennenlern-Tour sein soll. Möglichst viel mitbekommen und unbedingt ankommen. Penibel vorbereiten, fit und ausgeruht sein, konzentriert nach Plan fahren und laben ^^, aber keine vermeidbaren Risiken bei Leistung, Ernährung, Klamotten und in den Abfahrten eingehen. Und dann noch relativ viel fürs letzte Drittel aufheben. Da ich außerdem noch keinen einzigen der Pässe je gefahren bin, war das in etwa Plan, der mir sinnvoll vorkam und an den ich mich auch hielt.

    Kurz gesagt, hatte ich mit diesem Programm in etwa bis zur zweiten Jaufenpasshälfte (ca. 6h) ne herrliche Zeit, Augen für die meist schöne Landschaft und Gelegenheit mit Einigen kurz zu quatschen. Die allermeisten waren allerdings komplett mit sich selbst beschäftigt. Durften sie natürlich auch. Überhaupt war fast Totenstille in den Anstiegen. Hatte ich nicht wirklich so erwartet.

    In den Abfahrten hab ich mir innerlich gratuliert, dass ich diesen Sommer 3 Wochen in den Alpen war und es deswegen doch schön geschmeidig und mit recht sicherem Gefühl durch die Kurven ging. Vom Jaufen runter war geil. Kühtai hab ich sicherheitshalber auf 90 km/h begrenzt. Ist gruselig genug, so über's Kuhgatter zu rumpeln.

    Etwas nervös machte mich Andre's Vorschlag, von fast ganz hinten zu starten. Also tatsächlich erst ne halbe Stunde vorm Startschuss in der Reihe zu stehen. Dann sind etwa 3500 vor und nur 500 hinter einem. Macht ja sonst praktisch keiner aus dem Dunstkreis und empfiehlt auch sonst keiner. Aber es hat tatsächlich sehr gut funktioniert: lockeres, sicheres und gar nicht mal langsames Fahren bis Ötz, und am Kühtai bestimmt um Einiges mehr Platz zum Überholen, als im dort üblicherweise sehr kompakten Mittelfeld. Auch wenn ich im Laufe des Tages ca. 1500 Leute überholt habe, wurde ich so gut wie nie behindert oder ausgebremst. Am kritischsten beim Spätstart wäre vielleicht noch, am Brenner ne nicht zu langsame Truppe zu finden. Und für Zeiten unter 9 Stunden ist's vermutlich auch wirklich keine sinnvolle Option.

    Da es für mich ja nicht um die letzte Minute ging, für sehr viele andere aber schon, hab ich Richtung Brenner auch brav und relativ großzügig meine "Sozialbeiträge" geleistet (vorn fahren, Gruppe ranführen, ..) und an den Laben den eskalierten Hektikern, die natürlich trotz Überfüllung mit dem Rad bis zum Tisch rollern müssen, möglichst wenig im Weg rumgestanden.

    Wie eigentlich erwartet, war ich am Timmelsjoch froh, mir ausreichend Reserven gelassen zu haben. Und außerdem, dass das Wetter hielt und die möglichen Gewitter noch nicht da waren. In der letzen Abfahrt kam zwar der Regen aber das spielte kaum noch ne Rolle. Heim rollern und freuen :) Mit 10:35 schneller als prognostiziert. Solveig kam noch trocken runter, wie ich sehen und von ihr hören konnte. Herzlichen Glückwunsch! :)

    Die Organisation und der Einsatz der Helfer war wirklich toll. Vielleicht hätten sie mal noch drauf hinweisen sollen, dass die Finisher-Trikots sehr sehr klein ausfallen. Liest ja nicht jeder das Kleingedruckte, so wie ich. Meine L ist jedenfalls schon ziemlich eng, passt aber noch. Andere mit meiner Statur würde ich ja zu gern mal in ihrer bestellten S oder gar XS sehen :) Anziehen werd ich's wegen Sensorik und Optik wohl trotzdem nicht.

    Insgesamt ist tatsächlich alles grandios gelaufen. Tolles Erlebnis. Wertvolle Erfahrung. Die ganze Vorbereitung und auch die fast einwöchige Reise haben sich wirklich gelohnt. Danke an Steffen und Andre.

    Nochwas: Heimat Light ist schwerer ;) :)

    Darauf nen Kaiserschmarrn und ne Česnečka
    Frank
  • Glückwunsch, Krümel! Und gute Besserung an Carlos!
  • @Krümel

    Man kann auch getrost ganz vom Ende des Feldes starten. Ich habe üblicherweise beim Kanonenschuß erst das Haus verlassen und bin gemütlich hintenran gerollt. Dann hat es immer noch ein paar Minuten gedauert bis es losging. Die Fahrt bis Ötz ist so der blanke Genuß.
  • bearbeitet August 2017
    Bericht ÖRM 2017

    Bereits am Mittwoch reiste ich mit Robert in Sölden an und schnupperte zwei Tage mehr Höhenluft vorm Start zum ÖRM als im letzten Jahr. Mittwoch Rettenbachferner, Donnerstag 2x Timmelsjoch, Freitag Timmelsjoch einfach und Samstag traditionelles Einrollen nach Vent. 13 Stunden Radsport die Woche bis zum Start des ÖRM, davon wenige Minuten im intensiven Schwellenbereich. Die Form stimmte, das HKS spielte nicht verrückt. Ich war also gut an die Höhe angepasst und topfit für Sonntag. Gestartet wurde aus Block 1B und die Anfahrt bis Ötz war wie immer hektisch, aber unfallfrei. Mein Ziel im Kühtai die Spitze zu halten, konnte ich nicht umsetzen. Die ersten Minuten waren einfach zu hart mit Werten um die 340W wollte ich mich nicht weiter verschleißen und ließ bewusst reißen. Gruppe 2 bildete sich etwas später aus der Spitze und nur mit Mühe gelang es mir bis Ochsgarten Anschluss an diese Gruppe herzustellen. Die Passhöhe Kühtai erreichten wir in genau 1h etwa 2min hinter der Spitzengruppe. Plempenmeister Holger und Plempenpraktikant Manu hatten kurz vor der Passhöhe aufgebaut, so dass ich 2 frische Kh-Flaschen mit in die Abfahrt nahm, ein Gel und eine Magnesiumampulle zog ich mir direkt in Kühtai rein. Highspeed am Kühtai 117km/h straff. Normalerweise schließt Gruppe 2 das Gap zur Spitze in der Abfahrt vom Kühtai oder zumindest bis Innsbruck. Heuer verloren wir auf dem Weg bis Innsbruck weitere 2min und auf dem Weg zum Brenner noch ein wenig. So ging die Taktik nicht auf und die Spitze war weg. Genauso weg waren Tobi und Hilde, eigentlich war ein Trio geplant, aber beide fuhren weiter hinten im Feld, Tobi wegen Magenproblemen und Hilde konnte nicht schneller. Am Brenner wurden wir abermals mit 2 frischen Kh-Flaschen von Caro und Susann versorgt, alles während der Auffahrt. So lässt man gar keine Zeit liegen und muss nur schrubben. Bis dahin fühlten sich Beine und Kopf bestens an und die Gruppe von 25-30 Mann ging in den Jaufenpass. Wie immer an diesem Rennpunkt finde ich mich ganz hinten wieder. Die Konkurrenz ballert in den Anstieg rein und mein Diesel pegelt 300W Dauerdrehzal an, die ich diesmal bis oben halten wollte. Gelang mir außerordentlich gut. 16 Watt mehr als 2016 könnte ich treten am Jaufenpass und bis auf einen Fahrer aus meiner Gruppe habe ich im Jaufenpass alle wieder überholt. Das fühlt sich echt grandios an, einzusammeln was einen vorher hat stehen lassen. Jörn B reichte an der Labe 2x Schweineplempe und schon ging es in die Abfahrt nach St. Leonhard, teilweise etwas neuer Asphalt und mehr Mut als letztes Jahr führten zu weiteren 60sec Zeitverkürzung auf die PB von 7:28h aus 2016. Das Timmelsjoch war heiß, aber mit dem neuen Aerotrikot in der Strapsenversion ließ sich die Hitze gut ertragen. Bis weit hinter Moss konnte ich auch im Joch 300W treten und rollte weitere Fahrer aus der ehemaligen Spitzengruppe auf, darunter Michael Spögler, den Sieger des Kauntertaler Gletscherkaisers 2017 und einen der Favoriten oder auch Matthias Nothegger, der aufs Podium schielte. Das ist brutal erfreulich, wenn man an denen vorbeifährt und sieht, dass die völlig im Eimer sind. Im TJ hatten wir dieses Jahr noch eine Station um Schönau zum Plempe nachtanken, die Manu, Axel und Holger perfekt organisiert hatten. Axel fuhr die Flaschen morgens aufs Joch und füllte oben angekommen mit Wasser. Manu kam nach der Rückkehr vom Kühtai mittels Rad ab Sölden aufs Timmelsjoch nach, genauso wie Holger. Manu rollte mit einem sackschweren Rucksack bis Schönau runter und reichte auf 1.700m Seehöhe nochmal 500ml Plempe. Somit lief es auch bis oben ganz gut weiter. Ich ging übers Joch noch mit Leistungen um die 250W und habe im Schnitt 270W getreten, das sind 25W mehr als 2016. Insgesamt 19. Zeit overall am Timmelsjoch und mit 1h 40min insgesamt 8min schneller als 2016. Oben am Pass stand Axel und Holger mit nochmal 500ml frischem Wasser für die Abfahrt. Einfach perfekte Organisation des Teams rundum Verpflegung, Renntaktik und Helfer führten gepaart mit Topform um die 5W/kg zu einer Endzeit von 7h 24 min beim Ötzi. Ich denke, das war für mein Vermögen eine optimale Performance. FTP ist wohl bei 340W so ziemlich am Deckel und das Körpergewicht kann nicht noch 5kg runter, um zum Siegfahrer zu werden. Insofern scheint der Ötzi für mich ausgereizt zu sein. Danke an das Team, insb. an unsere perfekte Plempencrew für die tolle Unterstützung. Jetzt heißt es Saisonpause hoch fünf. Auch schön so.
  • Danke für den sehr lesenswerten Bericht und Glückwunsch zu Deinem neuen PR als Krönung einer genialen Saison!
  • bearbeitet September 2017
    Hhmm... eigentlich wollte ich gar nichts weiter dazu schreiben, aber nachdem ich jetzt schon 2x erwähnt wurde (und der Thread-Starter bin), fühle ich mich doch genötigt.

    Erst einmal natürlich Glückwunsch an alle Finisher und ein Riesenkompliment an Robert und Thomas für die Wahnsinnszeiten. Gerade bei Thomas gucke ich gern "genauer" hin, da wir in der gleichen Gewichtsklasse fahren. Schon krass, was da geht. ;)


    Der Ötzi war sowohl letztes als auch dieses Jahr mein Saison-Highlight. Erfahren von dieser Veranstaltung habe ich von einem Freund, der das vor etlichen Jahren mal gefahren ist - sonst hätte ich nie davon gehört und wäre nie und nimmer auf die blöde Idee gekommen, da mal mitzufahren. ;)
    Vor 2 Jahren fing's dann an, dass ich täglich das Rad für den (recht langen) Arbeitsweg nehme. U.a. deswegen habe ich mir einen Rennrad-Verschnitt zugelegt (Cyclocross Regen- und StVZO-tauglich umgebaut). Nach einigen Monaten und etlichen Tausend Kilometern kam dann die blöde Idee auf: Wenn ich schon so viel Fahrrad fahre, wieso dann nicht mal den Ötzi? ;)

    Letztes Jahr also (mit einem Freund) angemeldet, Losglück (oder -pech ;) ) gehabt, einen einfachen Trainingsplan mehr schlecht als recht befolgt und mitgefahren. Bis einschließlich Jaufen lief das eigentlich recht gut, das Timmelsjoch war ich dann aber unten schon ziemlich fertig und habe mich das Ding hochgequält. Schon unten am Timmelsjoch konnte ich nahezu nichts mehr zu mir nehmen und im Ziel war ich komplett leer und fertig, an Essen/Trinken nahezu nicht zu denken. Trotzdem waren es etwas unter 10h geworden.

    Irgendwie hat das letzte Jahr und der Ötzi aber doch die Freude am RR-Fahren geweckt, sodass ich es dieses Jahr nochmal probieren wollte.
    Natürlich sollte alles besser werden. :D Bessere Vorbereitung, besser den Trainingsplan einhalten, dann doch mit richtigem RR (und Leistungsmesser) fahren, an der Ernährung arbeiten, und dann mal gucken, was rauskommt.
    Schon zeitig habe ich anhand der Leistungsdaten und der Informationen im Internet, was damit zu erreichen sein soll, die 9-h-Marke im Visier gehabt. Eigentlich vermessen, im zweiten RR-Jahr, kaum Erfahrung, wenig (Ausdauer-)Substanz. Aber die Zahl war nun mal im Kopf. ;)

    Montag sind wir schon angereist. Dienstag ging's mit angezogener Handbremse das Timmelsjoch hoch; Mittwoch "flach" (das sind dort schon 600hm :D ) nach Vent einrollern; Donnerstag ging's dann zum Rettenbachferner hoch (bis zum Parkplatz auf 2800m, da muss man einfach mal hin). Allen Fahrten gemein war, dass Leistung und Puls nicht so recht zusammenpassen wollten, sicherlich v.a. aufgrund der Höhe. Am Rettenbachferner oben war die "Abweichung" natürlich am größten. ;)
    Freitag gab's einen Ruhetag, Samstag unfreiwillig auch (die geplante Nachmittagsrunde ist dem Regen zum Opfer gefallen).

    Sonntag ging's dann viel zu früh aus dem Bett, gen Start mussten wir sehen, dass unser Weg vom letzten Jahr gesperrt war und wir wie alle einen riesigen Bogen fahren müssen. Dadurch standen wir etwas weiter hinten als letztes Jahr, was auch bedeutet, mehr Leute am Kühtai vor einem.
    Die Temperaturen waren mit knapp 10°C eigentlich gut (früher soll es am Start auch schon mal 3°C gegen haben), mir bei solch langem Stehen aber doch etwas frisch.
    Mehr als sieben Minuten nach dem Startschuss sind wir dann also über die Startlinie gerollt, auf zur Schussfahrt nach Ötz. Auch hinten gibt's noch etliche, die ordentlich Druck geben, also schön in deren Windschatten hängen und nicht zu viel machen. U.a. aufgrund eines Unfalls mit Abbremsen auf Stillstand und langsamen Umfahrens der Unfallstelle waren wir dann eine Minute später in Ötz als letztes Jahr. Na ja, egal. ;)

    Vom letzten Jahr wusste ich schon, dass da erst einmal eine Wand an Radlern vor einem ist. Außerdem hatte ich damals schon beobachtet, dass wenn man überholen will, man lieber links fahren sollte. Klappt natürlich nicht immer, da nicht alle aufpassen und auch mal andere überholen wollen, aber rechts steckt man einfach fest.
    Also habe ich mich gleich unten schön links eingeordnet und wollte mal gucken, wie Leistung und Puls so zusammenpassen. Fahren wollte ich unbedingt nach Puls, um den Körper nicht zu überlasten. ;)
    Das Gute am Kühtai war, dass ich sehen konnte, dass ich einen ganz ordentlichen Tag hatte, Leistung und Puls passten so grob zusammen. Das Doofe nur war: Ich konnte das nicht ausfahren. Der Berg war einfach verstopft. Links überholen ist schön und gut, nur sind nicht immer Lücken da, und wenn welche da sind, will ich's auch nicht übertreiben. ;)
    Insgesamt lief der Kühtai trotzdem sehr ordentlich und ich fühlte mich gut. Ich war fast zehn Minuten schneller als letztes Jahr, konnte die Pause oben drastisch reduzieren und habe laut Ergebnisliste rund 1500 andere Radfahrer überholt. :D
    Das kann man nun positiv sehen (viele überholt), aber auch negativ (ich war "zu weit" hinten).
  • bearbeitet September 2017
    Die Abfahrt nach Innsbruck lief auch schneller als letztes Jahr, dank des neuen Fahrrads waren auch reichlich 100 km/h problemlos beherrschbar. Allerdings wäre da mit mehr Erfahrung und Mut deutlich mehr gegangen, da sind viele einfach (deutlich) besser als ich, insbesondere natürlich in den Kurven. ;)
    Für den Brenner hatte ich nicht direkt eine Gruppe, sondern ständige Splittergruppen. Ein paar Fahrer sind gefahren, haben Fahrer abgehängt, andere Gruppen eingeholt, und so weiter. Mir an sich zu unrhythmisch und mit "zu hohen" Leistungsspitzen, aber es ging noch.
    Am Ende wieder fast zehn Minuten zum letzten Jahr aufgeholt und in rund 4h auf dem Brenner. Ich hatte irgendwo gelesen, dass knapp 4h bis zum Brenner das Ziel für "Normalo-9-h-Fahrer" sei. Ich war also grob im Plan.

    An der Labe habe ich noch MadMax getroffen, kurz mit ihm gequatscht, und bin dann recht schnell weiter, da ich nicht zu viel Zeit mit Pausen verbringen wollte.


    Der Jaufen war dann der reinste Genuss. Endlich nicht mehr so dichter Verkehr, endlich ein freier Berg, endlich mein Tempo fahren können. Trotz "Zurückhaltung", weil ich lieber ein paar Körner mehr fürs Timmelsjoch aufheben wollte, bin ich dort den reinsten Slalom an den anderen vorbei gefahren. Gefühlt standen alle anderen. Ein Wahnsinnsgefühl. :D
    Keine Ahnung, ob die anderen am Berg einfach schwächer waren, oder sich ihre Kräfte einteilen wollten, oder am Kühtai und Brenner schon zu viel Kraft gelassen hatten. Laut Ergebnisliste war ich trotz der zu langen Pause an der Labe (die ist einfach kurz und immer "überlaufen" ) über 15 Minuten schneller als letztes Jahr und habe etwa 300 andere Fahrer überholt. :)

    Bergab ging's dann auch besser als letztes Jahr, v.a. unten, als einige nur wenig schnellere vor mir waren, sodass man sich ein wenig abgucken und rantasten kann. ;)

    Unten hatte ich dann knappe 3h Zeit bis ins Ziel, um die 9h zu knacken. Gemessen am letzten Jahr und ein paar Zahlenspielchen im Vorfeld sah das also gut aus.
    Trotzdem lief das Timmelsjoch schon unten recht zäh. Das sieht gar nicht steil aus, aber irgendwie kommt man gefühlt nicht vom Fleck und die Reifen scheinen regelrecht am Asphalt zu kleben.
    Ungefähr in der Mitte des Anstiegs merkte ich auch, wie die Kräfte nachlassen. Hatte ich schon unten meinen "Zielpuls" etwas reduziert, merkte ich, dass es anstrengend wurde, den zu halten. Oben war auch das dann nicht mehr möglich.
    Dafür gibt's zwei Möglichkeiten: Entweder mir fehlt einfach Training/Substanz da "hinten", oder mir fehlte Energie.
    Energie war sicherlich zu wenig, hatte ich bis dahin nur ungefähr die Hälfte von dem zu mir genommen, was ich wollte. Geplant waren (annähernd) zwei 1-l-Flaschen bis zur jeweils nächsten Labe, jede Flasche mit Maltodextrin gefüllt. Dummerweise habe ich aber nur etwa eine Flasche jeweils gebraucht. Ich hätte also unterwegs meine Strategie ändern müssen: Mehr Essen oder weniger Wasser in die Flaschen. Habe ich aber nicht, und ich weiß auch nicht, ob das geholfen hätte. ;)

    Auf jeden Fall kam ich irgendwann oben an (kurz vor dem Gipfel erkannte ich noch HerrScott), bei Weitem nicht so "tot" wie letztes Jahr, aber schon ziemlich auf Sparflamme. Aber unterm Strich über 20 Minuten schneller als letztes Jahr. Und so wirklich "gut" geht's den meisten da hinten wohl auch nicht, immerhin habe ich laut Ergebnisliste dort die 329. Zeit hingelegt. :)
    Der Gegenanstieg zur Mautstation lief viel besser als letztes Jahr, in der Abfahrt danach hatte ich noch welche vor mir, die richtig Dampf gemacht haben, sodass ich auch dort noch einige Minuten gutmachen konnte.

    Am Ende war ich nach knapp 8:45 h im Ziel (etwa 8:25 netto) und war insgesamt hochzufrieden. :)
    Diesmal ging's mir (oder besser meinem Magen) auch so gut, dass ich am Buffett reichlich Köstlichkeiten in mich reinspachteln konnte. :)
    ... einzige kleines "Manko": Knapp die Top-500 verfehlt, aber wer konnte schon damit rechnen? :D

    Fazit:
    Recht gutes Wetter, nicht so "extrem" warm wie letztes Jahr. Es hat größtenteils gehalten, wobei es am späten Nachmittag eine Zeit lang in Sölden geregnet hat. Hoffentlich war die Abfahrt nicht gar zu nass für die, die währenddessen oder danach runter mussten.
    Tolle Veranstaltung, allein die Sperrung der Strecke macht einen höllischen Spaß (gerade bergab). Eine ganz schöne Herausforderung. Und auch wenn man sich am Timmelsjoch fragt, wozu man sich das antut: Schon wenige Stunden/Tage später denkt man darüber nach, was man wohl nächstes Jahr besser machen könnte. :D


    PS: Was nun schwerer ist, Heimat Light oder Ötzi: Rein von der Strecke und den Steigungsprozenten klar die Light. Den Ötzi macht man sich aber schwerer, weil man möglichst wenige Pausen haben möchte. Oder zumindest ist das bei mir so. ;)
    PPS: Glückwunsch Krümel. Und "wusste" ich doch, dass du schneller sein wirst als gedacht. ;)
  • Danke für den schönen Bericht! Da bekommt man richtig Laune, sich nächstes Jahr auch mal ins Getümmel zu stürzen... Apropos Getümmel: Vielleicht würde ein Tool wie das hier das Stau-Problem etwas entzerren? :-)
  • Auch von mir Glückwunsch an die Finisher und besten Danke für die Berichte.
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